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The Inner World - Der Letzte Windmönch: Review

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Kniffelige Rätselspiele hatten es früher eher leicht, Käufer zu finden. Das Genre boomte regelrecht, und so schoss neben vielen guten Point-&-Click-Adventures leider auch so manch halbgares Spiel aus den Entwicklertöpfen. Plötzlich schien die Zeit der Spielegattung vorbei zu sein. Dass es die Anhänger der aufwendigen Rätselkost immer noch gibt, bewiesen die Entwickler von The Inner World aufgrund ihres Verkaufserfolgs. Satte vier Jahre nach dem Erstling veröffentlichten sie den Nachfolger.

Nazi-Parallelen und Spaß - kann das funktionieren?

The Inner World: Der letzte Windmönch knüpft an die Geschichte des Erstlings an, auch wenn einige Jahre zwischenzeitlich vergangen sind. Doch der Beginn ist für Kenner des ersten Teils zunächst verwirrend. Denn der als Tyrann verachtete und schließlich in Stein verwandelte Fiesling Conroy wird nun von den sogenannten Conroyalisten als Märtyrer gefeiert. Man gibt den Flötennasen entsprechend die Schuld an der Versteinerung und der Zerstörung der Basylen. Dabei sah das im ersten Teil doch noch nach HappyEnd aus - so kann man sich irren. Als Strafe will man die Flötennasen im tiefsten Brunnen als Endlösung entsorgen.

Entsorgen? Endlösung? Klingt verdächtig nach Nazisprache, und auch die wehenden Fahnen machen deutlich: hier wurde ein ganzes Volk bereits einer Gehirnwäsche unterzogen und folgt nahezu blind den neuen Anführern. Entsprechend wird der oberste Führer dann auch gleich mit "Heil Emil" begrüßt. In den ersten Gesprächen erkennt ihr, dass kaum jemand konkret sagen kann, woher der Hass gegen die Minderheit rührt. Das kommt einem doch alles so traurig bekannt vor.Klar ist aber auch: Schafft es der wütende Mob, sämtliche Flötennasen - so auch Held Robert - umzubringen, wird die gesamte Bevölkerung sterben.Denn spielen die Flötennasen ihre Lieder nicht mehr, wird auch keine frische Luft mehr für die Welt erzeugt. Für Robert steht daher nicht nur sein eigenes Überleben auf dem Spiel, er ist auch verantwortlich dafür, dass die gesamte Bevölkerung nicht ersticken muss.

https://www.youtube.com/watch?v=_DvnzZagQ54

Robert bekommt die Aufgabe, den letzten Windmönch am anderen Ende der Welt zu finden. Robert ist sich sicher, der wisse schon, was zu tun sei.Trotz der Parallelen zum Nationalsozialismus und der Thematik der Judenverfolgung hat es das Team von Studio Fizbin geschafft, diese ungeheure Schwere nicht mit einem erhobenen Zeigefinger, sondern sogar kindgerecht zu präsentieren. Ja, ein Lerneffekt soll sich einstellen, und das ist ja auch gut so. Dennoch ist das Spiel unterhaltsam und ja, auch spaßig gehalten. Gespickt mit skurrilen Charakteren, witzigen Dialogen und komischen Situationen, bei denen man unweigerlich schmunzeln muss, selbst wenn man auch dort häufig Parallelenzur realen Welterkennen kann. Da erinnert so manche Dialogzeile an die Wutbürger der heutigen Zeit.

The Inner World - Der Letzte Windmönch
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Markus Grunow

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Markus Grunow am 13 Dez 2017 @ 06:12
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