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South Park - The Fractured but Whole: Review

  Playstation 4 

Held sein ist nicht schwer

So beginnen unsere ersten Schritte in South Park damit, dem Coon (Cartmans Superhelden-Ego) zu beweisen, dass auch wir eines ausgefüllten Charakterbogens würdig sind. Wir dürfen uns zunächst für eine Heldenklasse entscheiden und statten so unseren persönlichen kleinen Superhelden mit entsprechenden Grundfähigkeiten aus. Denn auch die rektakuläre Zerreißprobe bleibt, ebenso wie der Vorgänger, seiner Konzeption als Rollenspiel treu. Somit können wir entscheiden, ob wir uns beispielsweise als Nahkampf-affiner Brutalist durch Gegnerreihen mähen, als Elementarist Feinde mit Zustandsveränderungen versehen oder als Pflanzmagier mit der heilenden Kraft von Bachblüten unsere Verbündeten unterstützen wollen. Im Laufe des Spiels ist es zudem möglich, das Fähigkeitenrepertoire durch Ergänzung weiterer Klassen, insgesamt gibt es zehn, sukzessive auszubauen.

Die gewählte Heldenklasse wirkt sich natürlich auf unsere Möglichkeiten im Kampfsystem aus. Dieses kommt rundenbasiert daher und findet auf einer Art Schachbrett statt. Die Kampfarena ist dabei in verschiedene Felder eingeteilt, auf denen sich jede Figur in einem gewissen Radius zum Gegner hin- oder alternativ natürlich auch wegbewegen kann. Der Zug wird beendet, indem eine Aktion in Form eines Angriffs oder einer Fähigkeit oder auch durch Nutzung eines Gegenstandes ausgeführt wird. Je nach gewählter Klasse haben wir unterschiedliche Aktionsradien auf dem Feld, die entsprechend berücksichtigt und in Abwägung mit den gegnerischen Angriffsmöglichkeiten einkalkuliert werden müssen. Obwohl pro Figur nur mickrige drei Aktionen (zuzüglich einer Spezialattacke, die erst aufgeladen werden muss) zur Verfügung stehen, hat uns das Kampfsystem trotz seiner simplen Grundstruktur mit seiner taktischen Tiefe überrascht.

https://www.youtube.com/watch?v=WxNlFmyiK4c

Wirkliche Dynamik ins Kampfgeschehen kommt durch die geschickte Kombination der Gefechtsanforderungen mit unseren drei Superhelden-Helfern. So gibt es in zahlreichen Arenen spezielle Anforderungen oder Gegebenheiten, die wir zu unserem Vorteil nutzen können. Wählen wir beispielsweise einen Helden, der Gegner zurückstoßen kann, so ist es möglich, diese in Felder zu schubsen, in denen sie zusätzlichen Schaden nehmen. Das funktioniert erfrischenderweise auch andersherum: So sollten wir zum Beispiel einen Heldenkollegen, der eine nachweisliche Schwäche für Kellnerinnen in Hotpants hat, auch nicht in ein Gefecht mit eben diesen nehmen, da er sich sonst bezirzen lässt und gegen uns wendet. Die Entwickler haben sich viele dieser kleinen Begebenheiten einfallen lassen, um das Kampfgeschehen trotz der simplen Grundstruktur abwechslungsreich und anspruchsvoll zugleich zu gestalten, sodass ein regelmäßiges Anpassen der Gruppe und bewusstes Nutzen der Gruppenfähigkeiten auch maßgeblich zum Spielerfolg beitragen können.

Abseits der zahlreichen Gefechte bewegen wir uns weitestgehend frei durch das beschauliche South Park, wobei wir uns neben der Hauptstory auch viel Zeit mit kleineren sowie größeren Sammel- und Nebenaufgaben vertreiben können. Wildes und exzessives Looten wird vom Spiel übrigens belohnt, denn mithilfe der Crafting-App auf unserem virtuellen Smartphone können wir Artefakte herstellen, die unsere Status- oder Gruppenwerte verbessern. Indem wir Selfies mit Stadtbewohnern machen und diese bei Coonstagram hochladen, steigern wir unseren Heldenrang. Zudem können wir Leuten in Notsituationen den Allerwertesten retten und diese dadurch als im Kampf zu beschwörende Verbündete für uns gewinnen. Auf spielerischer Ebene hat uns Die rektakuläre Zerreißprobe wieder großen Spaß gemacht, auch humoristisch braucht sich der Titel kaum hinter seinem Vorgänger respektive seiner TV-Vorlage verstecken. Leider ist den Machern in unseren Augen jedoch nicht gelungen, die Qualität der Story durchweg auf einem hohen Niveau zu halten. Vor allem im letzten Spieldrittel geht dem Titel inhaltlich recht schnell die Luft aus. Es fehlt zudem an wirklichen Höhepunkten (der Vorgänger überraschte uns mit so einigen WTF-Momenten, die hier leider im Großen und Ganzen ausblieben), und vor allem das Finale empfanden wir dem Rest des Spiels gegenüber als unwürdig flach. Das schmälert den Gesamteindruck jedoch nur unwesentlich, denn das wichtigste Kriterium erfüllt der Titel: er macht einen Höllenspaß.

South Park - The Fractured but Whole
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Jessica Rehse am 27 Okt 2017 @ 11:41
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