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Splatoon 2: Review

  Nintendo Switch 

Die Idee war so bescheuert wie genial: Wie wäre es mit einem Online-Shooter, in dem es nicht ums Töten geht, sondern hauptsächlich ums Einfärben von Fußböden innerhalb eines Drei-Minuten-Limits? Was, wenn statt hormonstrotzender US-Soldaten kleine Mädchen und Jungs die Protagonisten wären, die sich per Knopfdruck in Tintenfische verwandeln können, um nahezu unerkannt durch den selbst eingefärbten Boden zu tauchen? Splatoon wäre auf dem Papier gescheitert, wurde aber zu einem weltweiten Phänomen, das sich über 4,7 Millionen Mal verkaufte.

Überraschung!

Dass es überhaupt zur Veröffentlichung des ungewöhnlichen Spiels kam, "verdankt" die Spielerschaft der siechenden Wii U. Die verkaufte sich so schlecht, dass Nintendo Mut bewies und auch riskantere Konzepte aus der unteren Entwicklerschublade hervorkramte, um den Software-Nachschub ansatzweise zu gewährleisten. Eine Parallele, die Splatoon mit den ersten Pokémon-Spielen teilt, die maßgeblich zum erneuten Erfolg des Game Boy beitrugen. Die Wii U wurde trotzdem nicht zum Megaseller, doch für die ungleich erfolgreichere Nintendo Switch ist der zweite Teil neben Zelda: Breath of the Wild und Mario Kart 8 Deluxe bereits das dritte große Franchise, das der Hersteller noch im Startjahr der Konsole anbietet.
Am eigenwilligen, aber verdammt spaßigen Konzept hat sich nichts geändert. Noch immer schlüpft ihr in die tintenfischige Haut eines hippen Mädchen oder Jungen, deren Blick die gewisse Ihr-könnt-mich-mal-kreuzweise-Attitüde herausbrüllt. Bewaffnet mit umfunktionierten Wasserspritzpistolen, zweckentfremdeten Pinseln und Malerrollen ist es eure erste Aufgabe, binnen drei Minuten in einer der Online-Arenen möglichst viel Fläche des Fußbodens einzufärben.
Den Gegner zu attackieren und kurzzeitig ins Nirwana zu schicken, steht hinten an, ist eher ein taktisches Mittel. Denn jede Fläche, die ihr (erneut) mit eurer Farbe bekleckst, bringt euch Punkte, jeder "Kill" noch einmal ein paar Boni obendrauf, die ihr für einen Superangriff ansammelt. Dann spritzt ihr für einen kurzen Zeitraum mit wesentlich mehr Farbe herum, lasst Farbwolken herabregnen oder schiebt Curling-Steine ins gegnerische Areal.

Die Taktik entscheidet

Die Standardkämpfe in Splatoon 2 sind so fordernd und dynamisch wie im Original. Sie verlangen, dass ihr mitsamt euren drei Teamkameraden gegen das andere Squad eine schnelle und effektive Taktik fahrt. Wer nur in Nähe der eigenen Basis herumrennt und wenig einfärbt, meidet zwar den "Tod", ist aber auch keine wirkliche Hilfe an den jeweiligen Hotspots, an denen sich die Kämpfe häufig entscheiden. Einzig und allein in der letzten Minute und bei dramatischer Unterlegenheit gegenüber dem anderen Team zahlen sich Rambo-mäßige Aktionen aus. So schleudert ihr eine Granate auf den Fußboden vor euch und nutzt den riesigen Fleck, um dort durchzutauchen.
Wollt ihr den Vorsprung erklimmen, färbt ihr die Wand ein, schwimmt durch diesen Farbfleck und überrascht oben die ahnungslosen Gegner. Der Tod auf leisen Sohlen gewissermaßen. Doch Obacht: Oftmals sind derlei Guerilla-Aktionen nicht unbemerkt geblieben, und es folgt auf einen Treffer auch der schnelle Gegenstoß. Da hilft nur die Besinnung auf die Stärken des eigenen Arsenals. Normale Farbknarren sind für Einsteiger geeignet, Kleckspinsel und Malerrolle für Nahkämpfer das Mittel der Wahl; Scharfschützen und MG-Enthusiasten können ihren Neigungen ebenfalls frönen.
Das gesamte Arsenal wird mit jedem neuen Rang erweitert. Viele Waffen unterscheiden sich in ihren Werten innerhalb einer Gattung nur marginal, bestimmen dafür jedoch auch die Sekundärwaffen, zu denen Farbsprenkler, Bomben oder Farbgranaten mit Zeitzünder gehören. Seid ihr euch nicht sicher, was eurem Geschmack entspricht, probiert ihr jeden Ballermann vor dem Kauf in einer Testarena mit statischen Zielen aus.

Splatoon 2
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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 31 Jul 2017 @ 17:42
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